
Ein trauerndes Paar zieht sich in ihre einsame Hütte, “Eden”, in den Wäldern zurück. Dort hoffen sie, ihre gebrochenen Herzen heilen und ihre kriselnde Ehe retten zu können. Aber die Natur verschafft sich ihr Recht, und die Situation kann nur schlimmer werden. Der psychologische Thriller des dänischen Regisseurs Lars von Trier, mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg in den Hauptrollen, wurde an 40 Drehtagen komplett in Nordrhein-Westfalen gedreht. Die den Film beherrschende Frage “Was, wenn nicht Gott sondern der Teufel die Erde erschaffen hat?” wird von Trier mit Sicherheit wenig Freunde in den verschiedenen Religionsgemeinschaften tragen.
Während ein Ehepaar aus Seattle leidenschaftlich dem gemeinsamen Sex nachgeht, klettert ihr unbeaufsichtigtes junges Kind zum geöffneten Fenster und stürzt aus der Hochhauswohnung zu Tode. In der Folge reißt der Unfalltod des Sohnes die Mutter (Charlotte Gainsbourg) in tiefe Trauer und Selbstvorwürfe. Ihr scheinbar vom Tod des Sohnes unberührter Mann (Willem Dafoe), ein Psychologe, beginnt daraufhin seine Frau selbst zu therapieren. Als tiefste Angst benennt sie ihm, „im Wald zu sein“. Daraufhin fahren beide in eine Waldhütte mit dem Namen „Eden“, in dem das Paar mit dem Kind den letzten Sommer verbracht hat.
In der abgelegenen Hütte, wo es keinen Handy-, Fernseh- oder Radioempfang gibt, gelingt es nicht, das Trauma der Frau zu lösen. Stattdessen eskaliert die Situation. Die therapeutischen Sitzungen in der wilden und bedrohlich wirkenden Natur lassen die Frau in den Wahnsinn abdriften und kulminieren in einen Exzess aus Sex und Gewalt. Im Vorjahr arbeitete sie noch an ihrer unfertigen Doktorarbeit zum Thema mittelalterliche Hexenverfolgung und der Ansatz des Teuflischen im Weibe verfolgt sie nun bis in ihr innerstes Selbstverständnis.